Meinung

Es sind nicht die Russen: Wir werden mit US-Propaganda überflutet

Es sind nicht die Russen: Wir werden mit US-Propaganda überflutet

Quelle: Legion-media.ru Symbolbild.

Von Caitlin Johnstone

Eines der seltsamsten, verrücktesten Dinge, die heute vor sich gehen, ist die Art und Weise, wie die gesamte westliche Welt darauf abgerichtet wird, sich wegen «russischer Propaganda» – die im Westen so gut wie gar nicht existiert – Sorgen zu machen, während gleichzeitig die Tatsache ignoriert wird, dass wir jeden Tag von Propaganda des US-Imperiums im Wert von Milliarden US-Dollar geradezu mariniert werden.

CNN veröffentlichte einen Artikel mit dem Titel «Der Tod von Darja Dugina bietet einen Einblick in Russlands gewaltige Maschinerie der Desinformation – und die einflussreichen Frauen, die dahinter stehen» über die kürzlich ermordete Tochter von Alexander Dugin, einem russischen politischen Philosophen, dem man einen stark übertriebenen Einfluss auf die russische Politik andichtet.

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Der Artikel instrumentalisiert die Ermordung von Darja Dugina, um die ständig angefachten Sorgen des Publikums über russische Desinformation weiter zu schüren, um dann schnell zu einem Kommentar über Russlands gesamtes Propagandanetzwerk überzuleiten, ohne sich die Mühe zu machen, vorher zu artikulieren, warum und wie der Tod von Dugina angeblich «einen Einblick» in dessen Funktionsweise geben soll.

Ohne die geringste Spur von Selbstreflexion oder Ironie nennt dieser CNN-Artikel auch seine beiden wichtigsten «Experten» – einen Vertreter der Denkfabrik Digital Forensic Research Lab des Atlantic Council und einen Vertreter der Denkfabrik Centre for European Policy Analysis (CEPA). Der Atlantic Council ist eine Unterabteilung der NATO für das Management von Narrativen, die von der NATO, der US-Regierung, der britischen Regierung, verschiedenen weiteren den USA nahestehenden Regierungen sowie der Rüstungsindustrie und zahlreichen Milliardären finanziert wird. Die Liste der Spender von CEPA ähnelt derjenigen des Atlantic Council, auf der sowohl US-Waffenhersteller und die US-Regierung, vertreten durch das US-Außenministerium, als auch die von der CIA kontrollierte Stiftung National Endowment for Democracy aufgeführt sind. Beide Denkfabriken werden eingesetzt, um die Informationsinteressen des in den USA zentralisierten Machtbündnisses von Europa und Nordamerika voranzutreiben.

Wie hier bereits mehrmals besprochen, so ist die Art und Weise, wie solche «Nachrichtenmedien» korrupte und kriegstreiberische Denkfabriken zitieren, um über Außenpolitik zu «diskutieren», und zwar ohne jemals ihre immensen Interessenkonflikte zu erwähnen, wiederum ein klares journalistisches Fehlverhalten. Aber diese Praxis ist in den westlichen Nachrichtenmedien allgegenwärtig, weil die westlichen Nachrichtenmedien zu Propagandakanälen mutiert sind.

Der besagte CNN-Artikel bezeichnet auch sowohl RT, die Internet Research Agency als auch ein Ding namens United World International als Beispiele für «Russlands gewaltige Maschinerie der Desinformation», obwohl jede der genannten Institutionen in der westlichen Welt nur einen «Einfluss» ausübt, der das genaue Gegenteil von «gewaltig» ist. Im Jahr 2017 erreichte beispielsweise RT ganze 0,04 Prozent der gesamten Fernsehzuschauer im Vereinigten Königreich. Eine Studie ergab, dass die viel zitierte Kampagne zur «Beeinflussung der US-Wahlen» der Internet Research Agency im Jahr 2016 hauptsächlich aus Veröffentlichungen bestand, die überhaupt nichts mit der US-Wahl zu tun hatten und nur ungefähr den 23.000sten Teil aller Inhalte ausmachten, die auf Facebook gesehen wurden. Ich wäre zudem überrascht, wenn jemand, der dies hier liest, jemals schon etwas von United World International gehört hätte. Selbst CNN musste im eigenen Artikel einräumen, dass deren Konten – noch vor der Verbannung aus den westlichen sozialen Medien – lediglich ein paar tausend Follower hatten.

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Wenn ich also sage, dass es im Westen kaum russische Propaganda gibt, meine ich damit, dass sie quantifizierbar einen völligen Nullfaktor darstellt. Vergleicht man diese dürftigen Zahlen mit dem ununterbrochenen Sperrfeuer der Propaganda des Imperiums, mit dem die Menschen im Westen jeden Tag ihres Lebens von allen Nachrichtenmedien mit bedeutendem Einfluss eingedeckt werden – deren Berichterstattung über den Ukrainekrieg alle bisherigen Berichterstattungen über Kriege in den Schatten stellt – dann wird klar, dass die Botschaft, mit der man uns füttert, damit wir alle wegen russischer Propaganda in Panik geraten sollten, selbst Propaganda ist.

Der CNN-Artikel kritisiert die Chefredakteurin von RT Margarita Simonjan dafür, dass sie 2012 sagte: «Wenn Russland Krieg führt, stehen wir natürlich auf der Seite Russlands.» Gerade so, als ob sich CNN während der vielen Kriege, die von den USA geführt wurden, jemals gegen die USA gestellt hätte. CNN stellt sich nicht nur in jedem einzelnen Krieg sofort und konsequent auf die Seite der US-Regierung, CNN führt auch selbst dreiste Propaganda-Operationen durch, um weitere Kriege anzuzetteln – so wie damals, als es ein Interview inszenierte, in dem angeblich ein kleines syrisches Kind zu einer US-Militärintervention in Syrien aufrief.

Der einzige Unterschied zwischen den russischen Staatsmedien und den US-Staatsmedien besteht darin, dass die russischen Staatsmedien ehrlich zugeben, dass sie Staatsmedien sind.

Diese Welle unsinniger und künstlich erzeugter Panik über angebliche russische Desinformation wurde dazu benutzt, alle jene Informationen, welche das US-Imperium und seine Lakaien womöglich in einem negativen Licht erscheinen lassen, sogleich als russische Propaganda oder als das Werk von russischen Einflussagenten abzutun. Wir haben dies immer und immer wieder erlebt – von der Art und Weise, wie Julian Assange als Kreml-Agent abgestempelt wurde, bis hin zu der Praxis, wie alle wirklich unabhängigen Medien als angeblich russische Propagandaoperationen gebrandmarkt wurden.

Das jüngste Beispiel dafür ist die Methode, wie belastende und durchgesickerte E-Mails prominenter britischer Persönlichkeiten, die von The Grayzone veröffentlicht wurden, in einem neuen Schmierenpamphlet von Politico als verlogene Darstellung abgetan werden, die angeblich von russischen Hackern gemäß «den russischen Leitlinien» beschafft wurden.

Die Redaktion von The Grayzone wies umgehend darauf hin, dass der Artikel in Politico nicht nur die ziemlich wichtige Frage vermied, was eigentlich inhaltlich in den durchgesickerten E-Mails tatsächlich steht, sondern es auch versäumt hat zu erwähnen, dass die Quelle der Kritik von Politico zufällig ein Veteran des britischen Außenministeriums und PSYOP-Spezialist (für psychologische Operationen) war, der eine öffentlich angekündigte Vendetta am Laufen hat, um The Grayzone online zensieren zu lassen.

China zum UN-Bericht: "Die Lügen der westlichen Länder sind bereits zusammengebrochen"

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Die fabrizierte Hysterie über eine nicht existierende Epidemie russischer Propaganda im Westen hat viele Menschen so engstirnig und verwirrt gemacht, dass es unmöglich geworden ist, die mächtigste Regierung der Welt für ihre den Planeten bedrohende Waghalsigkeit gegenüber einer rivalisierenden nuklearen Supermacht in irgendeinem Online-Forum zu kritisieren, ohne sofort beschuldigt zu werden, ein «Agent des Kremls» zu sein. Die Kommentare auf meinen eigenen Social Media-Accounts werden ständig mit Anschuldigungen angeblicher Loyalität zu Putin oder mit Anspielungen von Rubel auf meinem Bankkonto geflutet, nur weil ich die gefährlichsten Impulse der mächtigsten und destruktivsten Regierung der Welt kritisiere und obwohl ich nie für Russland oder irgendeine andere Regierung gearbeitet habe.

Das Lächerliche an all dem ist, dass die imperialen Spinner durch die ständigen Warnungen vor den Gefahren der russischen Propaganda zugeben, dass sie nur zu gut wissen, wie es möglich ist, durch Medien das öffentliche Denken in großem Maßstab zu manipulieren. Sie lügen nur ständig darüber, wer hier wen manipuliert.

In Wirklichkeit sind sie nicht über «russische Propaganda» besorgt. Diese «Sorge» ist bloß eine gruselige Geschichte, die uns erzählt wird, um zu verhindern, dass wir bemerken, wie unsere eigene Zivilisation von der Propaganda aus den USA durchtränkt ist.

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