Ausland

Israelische Freiwillige sollen an der Seite der ukrainischen Armee gegen Russland kämpfen

Israelische Freiwillige sollen an der Seite der ukrainischen Armee gegen Russland kämpfen

Quelle: AFP © Jack GuezSelenskijs Rede wurde am 20. März in Tel Aviv öffentlich übertragen, Tausende versammelten sich auf dem Habimah-Platz.

Ein Video von mutmaßlichen Israelis, die für die Ukraine kämpfen, kursiert seit Sonntag in den sozialen Medien. Unterdessen tritt die russische Militäroperation in den dritten Monat ein. «Wir möchten der ganzen Nation Israel, der israelischen Regierung, dafür danken, dass sie uns in diesem schwierigen Krieg geholfen haben, während wir gegen die Russen kämpfen können», sagte ein Kämpfer auf Hebräisch.

Bericht: Syrische Freiwillige bereit für Kampf in der Ukraine

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Das Filmmaterial wurde laut der israelischen Zeitung Jerusalem Post von dem Twitter-Konto eines kanadischen Freiwilligen in der Ukraine gepostet. Er behauptet, in der Gegend von Cherson gegen das russische Militär zu kämpfen. Die strategisch wichtige Hafenstadt Cherson war zu Beginn des Krieges von Russland erobert worden.

«Wir möchten allen Juden danken, die uns helfen», sagte ein anderer mutmaßlicher Israeli. «Wir sind hier für die Ukrainer und für die ganze Nation, deren Leben in Gefahr ist. Wir helfen ihnen, wir leisten alle zusammen gute Arbeit.»

Die mutmaßlichen israelischen Freiwilligen bedankten sich bei der Hauptsynagoge in Kiew, und Rabbi Moshe Asman, der Russlands Militäroperation bereits verurteilt hatte. Die israelischen Freiwilligen sollen früher in der israelischen Armee gedient haben, wo sie gegen die Hamas und den Palästinensischen Islamischen Dschihad sowie die Hisbollah zu Felde zogen. Das berichtet Jerusalem Post unter Berufung auf einen Historiker und Journalisten namens Babak Taghvaee.

«Ich bin nicht weggegangen, ich bin hier», sagte der Rabbiner Asman Anfang März in einer Video-Nachricht. Und weiter:

«Da ich keine gleichgültige Person bin, werde ich meine Gemeinde auch nicht verlassen. Ich bin ein Rabbiner der Ukraine und ich bin stolz darauf, dass ich die Möglichkeit habe, Menschen zu retten. Ich bin stolz darauf, auf der Seite des Lichts zu stehen, und nicht auf der Seite der Mörder.»

Asman ist allerdings eine durchaus umstrittene Figur. Er hatte sich 2005 selbst zum Oberrabbiner ernannt. Seine Anhänger verehren ihn, Kritiker werfen ihm aber vor, er habe einst auf Bitten Donald Trumps versucht, die ukrainischen Behörden dazu zu bringen, gegen die Familie des damaligen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden zu ermitteln.

Am Sonntag soll angeblich ein jüdischer Friedhof in der Nähe von Kiew von russischen Raketen getroffen worden sein. «Das ist nur ein weiterer barbarischer Akt der faschistischen Invasoren», reagierte Asman in einem Facebook-Post. Bereits im März kritisierte er die russischen Militärpraktiken und stellte Russlands Vorgehen den israelischen Militäroperationen in den besetzten palästinensischen Gebiete gegenüber. Wenn die israelische Armee Stellungen der «Terroristen» bombardiere, feuere sie präzise Raketen ab und unternehme alles, um bei dem Angriff keinen Schaden unter der unschuldigen Bevölkerung anzurichten, behauptete er.

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Indes wurde bei den jüngsten Kampfhandlungen zwischen Israel und der Hamas ein internationales Medienbüro in Gaza durch einen Luftangriff der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) zum Einsturz gebracht. Human Rights Watch hat anhand von Satellitenbildern, Videos und Augenzeugenberichten die verheerenden Kriegshandlungen im Mai 2021 im Gazastreifen untersucht. Anders als von der israelischen Armee behauptet, wurden Ziele angegriffen, in denen sich gar keine militanten Palästinenser befanden.

Die Ukraine hat eine Fremdenlegion und eine Spezialeinheit für ausländische Freiwillige gebildet. Mehr als 20.000 Freiwillige sollen sich als Kämpfer in dem Krisenland gemeldet haben. Die Webseite der International Legion of Territorial Defense of Ukraine listet Israel mit lokalen Kontaktinformationen auf, um die Anwerbung israelischer Freiwilliger für den Ukraine-Krieg zu erleichtern.

Zu Beginn des Krieges lud die ukrainische Botschaft im israelischen Tel Aviv Israelis ein, sich freiwillig für den Kampf in der Ukraine zu melden. Der Facebook-Beitrag wurde aber schon bald wieder gelöscht.

Auch israelische Waffen wurden in der Ukraine gesichtet, etwa auf Filmmaterial, welches das Asow-Regiment veröffentlicht hat. In diesem Video ist zu sehen, wie rechtsextreme Asow-Kämpfer die von Israel entwickelte Panzerabwehrwaffe MATADOR einsetzen. Die Ukraine erhielt diese MATADORs aus Deutschland, wo der deutsche Mitentwickler Dynamit Nobel Defence sie herstellt. 

Das Asow-Regiment, das derzeit der russischen Armee Widerstand leistet, wurde 2014  von einem israelischen Staatsbürger gefördert. Im Kampf gegen Russland bezahlte seinerzeit der wichtigste Wahlhelfer des amtierenden Präsidenten Wladimir Selenskij, der Oligarch Igor Kolomoiskkij, den Aufbau der Freiwilligenbataillone «Dnipro» und «Asow» – und er bot seinen Männern 10.000 Dollar für jeden gefangenen Russen.

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Kolomoiskij gehört seit 2006 zu den reichsten Ukrainern, und er ist wie Selenskij ein Jude. Kolomoiskij besitzt neben der ukrainischen die israelische und die zypriotische Staatsbürgerschaft. Von 2000 bis 2014 lebte er vorwiegend in der Schweiz, inzwischen aber in Israel.

Am vergangenen Mittwoch sagte der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz, Tel Aviv werde der Ukraine Helme und Westen zur Verfügung stellen. Israel hatte zuletzt versucht, ein Gleichgewicht zwischen Russland und der Ukraine zu schaffen. So etwa soll sich Ministerpräsident Naftali Bennett im Februar geweigert haben, Waffen an die Ukraine zu verkaufen, nachdem er von dem ukrainischen Präsidenten dazu aufgefordert worden war.

Je länger sich der Krieg in der Ukraine hinzieht, desto schwieriger wird es für die israelische Führung als engster US-Verbündeter im Nahen Osten, eine neutrale Position einzunehmen. Der israelische Außenminister, Jair Lapid, beschuldigte vor Kurzem die Kremlführung ausdrücklich der «Kriegsverbrechen», als Begründung für die Aussetzung der Mitgliedschaft Russlands im UN-Menschenrechtsrat. Das Außenministerium in Moskau veröffentlichte daraufhin eine Erklärung, in der Lapids Äußerungen als ein schlecht getarnter Versuch bezeichnet wurden, «die Situation in der Ukraine auszunutzen, um die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft von einem der ältesten ungelösten Konflikte, nämlich dem palästinensisch-israelischen Konflikt abzulenken.»

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