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Rishi Sunak ein Goldfinger? Multimillionär, WEF-Kontakte und verheiratet mit künftiger Großerbin

Rishi Sunak ein Goldfinger? Multimillionär, WEF-Kontakte und verheiratet mit künftiger Großerbin

Quelle: Gettyimages.ru © Max Mumby/Indigo / KontributorRishi Sunak, Premierminister von Großbritannien, und seine Ehefrau Akshata Murthy, Februar 2022.

Von Bernhard Loyen

Die Briten gelten als bodenständiges Volk mit einer treuen, aber auch skurrilen Begeisterung für die seit Jahrhunderten verordnete Ordnungswelt des Geldes und Adels. Die zurückliegenden Jahre verlangten den rund 67,22 Millionen Einwohnern des Vereinigten Königreichs politisch einiges ab. Jüngst der Tod der weltweit dienstältesten Monarchin, der Brexit, polternde Premierminister und eine diesbezügliche Nachfolgerin auf dem Niveau einer ABM-Maßnahme.

Nun also ein politischer Shooting-Star, der neue britische Premier Rishi Sunak. Geboren 1980 im südlichen England als Sohn indischer Einwanderer. Sunak ist bekennender Hindu und legte im Jahr 2015 seinen ersten Amtseid als Abgeordneter im Unterhaus auf die Bhagavad Gita ab, eine der zentralen Schriften des Hinduismus. Er hat beim Referendum im Jahr 2016 über eine weitere EU-Mitgliedschaft den Brexit aktiv unterstützt. Von Februar 2020 bis Juli 2022 war Sunak Finanzminister unter Premier Johnson. In seinem Rücktrittsschreiben kritisierte er offen den Führungsstil Johnsons.

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Zuvor absolvierte Sunak den eher privilegierten Vorweg einer gut dotierten Karriere. Nach dem Besuch teurer Privatschulen und der Elite-Uni Oxford arbeitete Sunak in der Finanzindustrie für die Investmentbank Goldman Sachs und diverse Hedgefonds. Durch seine Tätigkeit bei Goldman Sachs war Sunak im Besitz einer US-Green Card, die er erst nach Protesten aufgrund seiner Tätigkeiten für das britische Parlament zurückgab. Er bezeichnete die Aufforderung als reine «Kampagne». Sein erworbenes Vermögen wird nachhaltig gestützt durch die im Jahr 2009 vollzogene Eheschließung mit Akshata Murty, der Tochter des indischen Milliardärs N. R. Narayana Murthy.

Dieser ist wiederum Gründer des Technologieunternehmens Infosys. Sunaks Gattin besitzt einen Anteil von 0,91 Prozent an Infosys – der im April 2022 mit etwa 900 Millionen Dollar (746 Millionen Pfund) bewertet wurde, was sie zu einer der reichsten Frauen Großbritanniens werden ließ. In der Reichenliste der Sunday Times von 2022 werden Sunak und Murty mit einem geschätzten Gesamtvermögen von rund 830 Millionen Euro auf Platz 222 der reichsten Menschen Großbritanniens geführt. Damit ist Sunak der erste britische Spitzenpolitiker, der auf einer dementsprechenden Liste der Reichen steht.

Seine politische Karriere erhielt kleine Kratzer im Goldlack, als im April dieses Jahres bekannt wurde, dass seine Frau im Besitz eines sogenannten «Non Dom-Status» ist. Als Non Doms werden Ausländer bezeichnet, die in Großbritannien, Irland, Malta oder Zypern leben und sich dort bestimmte Steuervorteile zunutze machen können. Dies bedeutet in Murtys Fall, dass der ständige Wohnsitz außerhalb des Vereinigten Königreichs gemeldet ist und damit erlaubt, nur auf die Einkünfte in diesem Land Steuern zu zahlen sowie eine jährliche Abgabe von 30.000 Pfund an den britischen Staat.

Interessanter werden die Verbindung von Rishi Sunak zu seinem Schwiegervater N.R. Narayana Murthy und Äußerungen des neuen Premiers zum Thema des digitalen Zentralbankgeldes. 

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Der Vater von Sunaks Frau ist der Gründer von Infosys, einem indischen Informationstechnologieunternehmen, das Dienstleistungen für eine Reihe von Fortune-500-Unternehmen – umsatzstarke börsennotierte Firmen – und Banken anbietet. Einer der führenden Dienste des Unternehmens ist Finacle, eine digitale Bankplattform. Sunak wird von britischen Medien auch als «globalistischer Politiker» bezeichnet.

Infosys ist nachweislich als offizieller Partner des Weltwirtschaftsforums (WEF) aufgeführt, dem wiederum regelmäßig vorgeworfen wird, die technologische Infrastruktur für die Einführung eines globalen «Social Credit Score»-Systems nach chinesischem Vorbild entwickeln zu wollen. Bereits im Jahr 2014 wurde Infosys von CNBC «auf Platz 13 der 25 weltweit führenden Unternehmen gewählt und 2012 von Fortune unter den «12 größten Unternehmern unserer Zeit» aufgeführt». 

Mehrere Infosys-Führungskräfte haben regelmäßig Artikel zur WEF-Website beigetragen, darunter der Präsident des Unternehmens, Mohit Joshi. In den sozialen Medien kursierte nach Sunaks Ernennung zum neuen britischen Premier das weithin bekannte Video des WEF-Gründers Klaus Schwab. Dieser erklärt zur Kontaktpflege für «new solutions» (neue Lösungsansätze):

«Natürlich haben wir Politiker (auf WEF-Meetings), wir haben kontinuierliche Partnerschaften mit Regierungen in aller Welt (…)»

In dem Artikel des Infosys-Chefs Joshi vom August 2020 heißt es zum Thema «digitales Zentralbankgeld»:

«Die Einführung digitaler Zentralbankwährungen könnte die globale Wirtschaftsordnung auf den Kopf stellen. Diese Technologie könnte zahlreiche Vorteile mit sich bringen, z. B. einen effizienteren Handel, einen besseren finanziellen Zugang für Millionen von Menschen und einen Rückgang der Kriminalität. Aber es gibt auch noch technologische Hindernisse zu überwinden.»

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Auf den Kopf gestellt wird vordergründig das damit manipulierbare Leben der Menschen. Neben möglichen «zahlreichen Vorteilen» besteht die sehr große Gefahr von möglichen zahlreichen Nachteilen. «Technologische Hindernisse» bleibt weiterhin der Wunsch von Abermillionen weltweit, die das klassische Bargeld präferieren. Im Februar 2020 meldete Business Insider, dass die People’s Bank of China angekündigt hat, «Geldscheine zu vernichten, die in Krankenhäusern, Bussen und auf Märkten in Orten mit Coronavirus-Vorkommen eingesammelt wurden». Willkürliche Möglichkeiten der Abschaffung oder Vernichtung von Bargeld unerwarterter Natur stellen also zudem eine zusätzliche Gefahr dar.

Eine Video-Statement von Rishi Sunak aus dem Jahr 2021, als Großbritannien den Vorsitz des Treffens der G7-Finanzminister in London innehatte, lässt zumindest erahnen, dass der Multimillionär, nun in einer exponierten Führungsposition, dem Thema eines kommenden digitalen Euro nicht abgeneigt ist. So verkündet er euphorisch:

«Digitale Zentralbankwährungen (CBDC) (…) könnten parallel zu physischen Banknoten und Münzen verwendet werden. (…) Und Regierungen und Zentralbanken auf der ganzen Welt arbeiten zusammen, um zu untersuchen, was eine digitale Währung in der Praxis bedeuten könnte.»

Die Praxis wird alleinig die zu erwartende Nötigung der Menschen bewirken, durch vorgegebene klar definierte Regeln funktionieren zu müssen. Ein neues Kapitel der historischen Realität von Brot und Spiele würde damit eingeläutet werden. Die Wahl oder je nach Blickwinkel auch Positionierung von Rishi Sunak an der britischen Regierungsspitze kann daher nur mehr als kritisch und bedenklich angesehen werden.

Die US-Seite Washington Examiner titelte im April dieses Jahres: «Warum China den Spitzenkandidaten Rishi Sunak für das Amt des nächsten britischen Premierministers unterstützt hat.» Er gilt als «zurückhaltender» China-Versteher. So heißt es:

«Die (chinesische Zeitung) Global Times Sunak lobte den ehemaligen Schatzkanzler (Finanzminister) als den einzigen Führungskandidaten, der ‘eine pragmatische Sicht auf die Entwicklung ausgewogener Beziehungen zu China’ habe.»

Dem britischen Telegraph teilte Sunak schon einmal im Januar mit, er wolle einen «kompletten Wandel in den Beziehungen zur Kommunistischen Partei Chinas zugunsten von verstärkten Handelsbeziehungen und wirtschaftlicher Zusammenarbeit».

Die Wendung von reinen sogenannten Verschwörungstheorien hin zu einer nüchternen Realität des Alltags von Millionen von Menschen könnte damit nach gut drei Jahren Corona-Krise in der Person und Position von Rishi Sunak für erhitzte Diskussionen sorgen.

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